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Frauen an der Löschfront Drucken
Geschrieben von Freies Wort   
Montag, 9. März 2009

Kreisfeuerwehrverband dankt in Neustadt den 300 aktiven Kameradinnen

Neustadt - "Unsere Frauen sind in der aktiven Arbeit der Feuerwehren unverzichtbar." Eine nüchterne Feststellung des Kreisbrandinspektors Heiko Heß zur traditionellen Frauentagsfeier am Samstagabend im Gemeindezentrum Neustadt. Doch dahinter steckt viel mehr: Von 2300 aktiven Feuerwehrleuten im Ilmkreis sind über 300 Frauen in die Einsatzabteilungen integriert. 224 Kameradinnen waren dem Ruf zur Dankeschön-Veranstaltung im verschneiten Neustadt gefolgt.

Klar, für Männer ist die Entscheidung, als Feuerwehrmann in den Dienst der Öffentlichkeit zu treten auch nicht einfach. "Für Frauen ist dieser Dienst eine Zusatzbelastung, heißt es doch, Freizeit, Familie, Feuerwehr und Vereinsarbeit unter einen Hut zu bringen", zählt Heiko Heß auf. Ehre dem Ehrenamt, gleich in doppelter Hinsicht. So erhielten Edith Dietrisch und Brigitte Reinhardt aus Heyda das Feuerwehrehrenkreuz in Gold – unter Applaus des ganzen Saales. Claudi Ernst und Kerstin Kröhnert wurden mit der Ehrenurkunde des Kreisfeuerwehrverbandes geehrt.

Die Auszeichnungen kamen völlig überraschend. Löschmeisterin und Oberlöschmeisterin von der Heydaer Wehr: "Seit dreieinhalb Jahrzehnten sind wir mit Freude dabei." Die Zwei waren von 1974 bis 1990 in der Einsatzgruppe. Beide beim Kampfsport aktiv, widmeten sie sich auch der Nachwuchsgewinnung. Brigitte Reinhardt war Gruppenführerin der Kampfsport-Staffel des heutigen Ilmenauer Ortsteils. Zwei Frauen, die schon zu DDR-Zeit aktiv waren. Viele haben an der Tradition festgehalten. Heiko Heß: "Manche unserer Frauen machen den Männern etwas vor."

Die Querelen der Arnstädter Feuerwehr zogen ihre Spur bis nach Neustadt. Als Manfred Tischer, amtierender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, behutsam die Probleme in Arnstadt zur Sprache brachte, verließen einige der Arnstädter Kameradinnen spontan den Saal. Zwei Mal wurde der Verdruss mit schlagender Saaltür quittiert. Gerade weil sich die Lage in Arnstadt zuspitzt, sei Vorsitzender Sven Tittelbach-Helmrich zurückgetreten, um sich seinen Aufgaben in Arnstadt widmen zu können. Am 1. Juni werde ein neuer Vorsitzender gewählt, so Tischer. Und: "Politiker sollten sich aus der Feuerwehrarbeit heraushalten."

Vizelandrat Rainer Zobel dankte allen Frauen für ihre Einsatzbereitschaft. Einen Scheck über 15.000 Euro hatte Zobel in der Tasche, den er an den Kreisverband übergab. Herzliche Worte auch für den Feuerwehrverein Neustadt, dem Ausrichter der Feier.

Bürgermeister Dirk Macheleidt ergänzte kurz und bündig: "Danke. Kameradinnen, macht weiter so – die Politiker werden es euch nicht danken." Nur wer etwas tut, macht auch Fehler. Wer nichts falsch macht, der tut auch nichts, meinte Macheleidt wohl in Anspielung auf die Arnstädter.

Nächster Höhepunkt in der Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes ist am 6. Juli die Feier der Alten- und Ehrenabteilung in der Großbreitenbacher Turnhalle. Hier werden die Altenfelder Kameradinnen und Kameraden Ausrichter sein.

Während "Synchron" anspielte und das Kalte Büfett eröffnet wurde, kamen auch die Arnstädter Frauen zurück in den Saal. Vielleicht waren sie ja nur eine Zigarette rauchen...

 
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