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Feuerwehrfrauen: Emotionen in ganzer Bandbreite Drucken
Geschrieben von Thüringer Allgemeine   
Montag, 9. März 2009

Zur Frauentagsfeier mit geladenen Gästen aus den Feuerwehrvereinen des Ilmkreises hatte der Kreisfeuerwehrverband diesmal nach Neustadt am Rennsteig eingeladen.

NEUSTADT (it). Dass die Neustädter Feuerwehrmänner als Gastgeber ihre Vereinsfrauen tatsächlich auf Händen tragen, zeigte Feuerwehrmann Andy Kahl mit Corina Urban vor der Tür. Später drinnen im Saal des Gemeindezentrums, wo sich 224 Frauen versammelt hatten, wurde ein Gleiches mit Worten vom stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Manfred Tischer, Vizelandrat Rainer Zobel und Bürgermeister Dirk Macheleidt getan. Manfred Tischer ließ seinen Begrüßungs- und Dankesworten eine sachlich vorgebrachte Erklärung mit Appellcharakter zu den Vorgängen an der Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes im Zusammenhang mit den "Arnstädter Feuerwehrquerelen" folgen. "Vereinsarbeit sollte nicht auf der politischen Ebene ausgetragen werden", sagte er und beschwor den alten Feuerwehrgrundsatz, dass Kameraden wirkliche Kameraden sein sollten, mit denen man ins Feuer hineingehen und von dort auch wieder heil herauskommen kann. "Politische Querelen dürfen nicht auf den Rücken der Feuerwehrleute ausgetragen werden", ließ er mit Blick auf die Arnstädter Feuerwehrsituation und deren Darstellung in die Medien verlauten. Tischer stellte klar, dass "Kamerad Tittelbach durch seinen Rücktritt als Vorsitzender mit Rücksicht auf den Verein den Weg für die Neuwahl eines neuen Vorsitzenden am 6. Juni 2009 freigemacht hat", was auch neue Chancen für den Verein eröffne. Jedwede Partei nehmende Wertung der aktuellen Vorgänge oder gar Schuldzuweisungen waren von Manfred Tischer nicht zu hören. Gerade deshalb war es um so unverständlicher, dass Arnstädter Kameradinnen aufstanden - es waren nicht ganz zwei Hände voll - und wortlos den Saal verließen. Ihre Protesthaltung wurde lediglich durch Türknallen offenbar, was von der Versammlung einhellig mit Unmutsäußerungen quittiert wurde.

Die Feierlaune wollte sich aber niemand verderben lassen, zumal sich die Neustädter Kameradinnen und Kameraden mit Unterstützung durch die Gemeinde und von Bürgermeister Dirk Macheleidt alle erdenkliche Mühe einer guten Festvorbereitung gegeben hatten. Vizelandrat Rainer Zobel betonte in seinem Grußwort, ohne näher auf den Vorredner einzugehen, dass Feuerwehrarbeit keine politische Arbeit ist und nicht sein darf. Seine herzlichen Dankesworte für das weibliche, vielfache Engagement in den Einsatzabteilungen und in den örtlichen Vereinen wurde mit dem gleichen Beifall gewürdigt, wie die Übergabe eines Förderbescheides in Höhe von 15000 Euro für die Feuerwehrvereinsarbeit.

Ausgezeichnet wurden mit dem Thüringer Goldenen Ehrenkreuz der Feuerwehr Edith Dietrisch und Brigitte Reinhardt aus Heyda, eine Ehrenurkunde erhielten Claudi Ernst und Kerstin Kröhnert. Geehrt fühlten sich alle im Saal, besonders auch die jüngeren Frauen, wie Alexandra Geyer aus Neustadt, die wie ihr Bruder Andreas über die Jugendfeuerwehr zur Einsatzabteilung kam und dort als Frau ihren Mann steht. Beim Tanzen nach Musik der Kapelle "Synchron" wurden die biologischen Männer unter all den weiblichen Feuerwehrmännern vielleicht etwas vermisst. Den Spaß und die Freude des Zusammenseins am Samstagabend trübte das aber kaum.

 
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