| Giftige Asche im Straßengraben bei Manebach |
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| Geschrieben von Thüringer Allgemeine | |
| Dienstag, 16. Dezember 2008 | |
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Stundenlang blieb gestern die Bundesstraße 4 zwischen Ilmenau und Stützerbach gesperrt. Der Hänger eines Gefahrguttransporters war gegen 9 Uhr in einer Kurve umgekippt und hatte etwa neun Kubikmeter Filterasche verloren - Alarm nicht nur für die Feuerwehren in Manebach und Ilmenau, sondern auch für den Gefahrgutzug des Kreises. MANEBACH. Zwischen Schmiedefeld und Arnstadt heulten Sirenen, riefen die so genannten "Piepser" Feuerwehrleute zum Einsatz. Dietrich Möhring war gerade von der Nachtschicht bei der Erfurter Berufsfeuerwehr gekommen, nun schlüpfte er in die Uniform der Freiwilligen Feuerwehr Großbreitenbach. Ihm gleich taten dies - neben den Kameraden aus Manebach, Ilmenau - die aus Arnstadt, Schmiedefeld, Frauenwald, Plaue und Stadtilm. Gut 20 Einsatzfahrzeuge waren unterwegs zum Unfallort. Der befand sich in einer lang gezogenen Kurve in der Nähe des Campingplatzes Meyersgrund. Die Zugmaschine stand auf der Fahrbahn, der Hänger war umgekippt. Einer der beiden Container war in den Straßengraben gerutscht, der andere hing noch halb auf der Ladefläche. Der Inhalt aber hatte sich über einige Dutzend Meter auf der Fahrbahn und im angrenzenden Straßengraben verteilt - Filterasche aus der Müllverbrennungsanlage Zella-Mehlis. An der Fahrerkabine die Aufschrift: "Einfach der Beste". Was Feuerwehrleute mit einem spöttischen Lächeln quittierten. Viel mehr Sorge bereitete ihnen die Tafel an der Stoßstange, Kennzeichen für Gefahrgut, wenngleich die 60 für "normal giftig" stehe, wie einer der Männer meinte. Dennoch sperrte ein Flatterband den Zugang zur unmittelbaren Unfallstelle ab, machten sich Trupps in leichten Chemiekalienschutzanzügen und Atemschutzgeräten bereit. Sorgenfalten beim Chef des Katastrophenschutzamtes des Ilmkreises, Heiko Heß. Ein Großteil der Ladung war direkt in einen Wassereinlauf zur nahen Ilm gefallen und gerade in der Verbindung mit Wasser werde die eigentlich wenig toxische Filterasche richtig gefährlich - gesundheitsschädlich und wassergefährdend, so steht es in der dicken Kladde, die aufgeschlagen auf einem Tisch lag. Heß kann der Situation dennoch etwas Positives abgewinnen: "Zum Glück regnet es nicht." Nachdem ein erster Trupp die Lage erkundet hatte, sollten die folgenden zunächst den Wassereinlauf frei machen und den Zufluss aus dem Wald stoppen. Wobei das nur eine Zwischenlösung sei, denn der Stauraum sei gering und wenn das Wasser sich plötzlich auf die Straße ergieße, spüle es die Giftstoffe mit Sicherheit in die Ilm. Container wurden geordert, ein Bagger musste her, der den Graben und die Straße frei räumte. Doch zunächst mussten die Feuerwehrleute weiter zur Schaufel greifen. Kurz nach 10.30 Uhr war der Einlauf frei. Auch die Zugmaschine konnte zwischenzeitlich abgekoppelt werden und stand an Rand der eingerichteten Sperrzone. Gleich daneben wurde ein Dekontaminationspunkt aufgebaut. Kehrten die Männer nach 20 Minuten zurück, wurden sie in einer Art Duschkabine abgespritzt, erst dann durften sie sich der Schutzanzüge entledigen. Was pro Jahr zwei Mal bei Großübungen des Gefahrgutzuges trainiert wird und mitunter wirklichkeitsfremd wirkt, jetzt ist es ernst für die Angehörigen der freiwilligen Wehren, wie Heiko Heß betonte. Wenngleich er sich gestern nicht an der Diskussion über Gefahrguttransporte durch die Tunnelkette der A 71 beteiligen wollte, die bekam gestern neue Nahrung. Für viele Feuerwehrleute nahezu grotesk, der Ilmkreis schicke seinen Müll zur Beseitigung per Bahn nach Leuna und andererseits sind Transporter von der Müllverbrennungsanlage Zella-Mehlis mit giftigen Verbrennungsrückständen auf den kurvenreichen Straßen des Ilmkreises unterwegs - obwohl es den kürzeren und nach Ansicht vieler sichereren Weg über die Autobahn gebe. Doch noch immer gilt das Verbot, Gefahrgut durch die Tunnel zwischen Zella-Mehlis und Gräfenroda zu transportieren und das Land schiebe seit Jahr und Tag eine Entscheidung vor sich her. Was, wenn sich ein solcher Unfall mit einem Benzin oder Heizöl transportierenden Tankzug wiederhole? Wobei die Unfallursache gestern zunächst nicht benannt werden konnte. Die lange Linkskurve gilt als unproblematisch, zumal wenn man sich an die vorgeschriebenen 60km/h hält. Möglicherweise kam der Hänger auf den schneebedeckten Seitenstreifen und geriet ins Schleudern, vielleicht war auch Straßenglätte die Ursache. Eine Spezialfirma begann - nachdem der Hänger per Kran auf die Räder gestellt und die Container geborgen worden waren - mit der Säuberung der Fahrbahn. Erst gegen 15 Uhr konnte der Verkehr einspurig auf der B 4 wieder rollen. Von Gerd SCHMIDL
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