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FFW Manebach

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Löschwasser, Tränen und die Suche nach Brandstiftern Drucken
Geschrieben von Freies Wort   
Sonntag, 31. August 2008

45 Ilmenauer, Rodaer und Manebacher Kameraden gaben ihr Bestes / Auch in Arnstadt brannte Haus

Ilmenau/Arnstadt – Es ist Samstagmorgen gegen 5:25 Uhr, als eine Einwohnerin von der Pörlitzer Höhe aus diese mächtigen Flammen sieht und sofort die Feuerwehr alarmiert.

Und die hat's zunächst nicht leicht, den nur von der Ferne ausgemachten Brand – irgend wo östlich des Hauptbahnhofs aber westlich des großen Teiches – zu lokalisieren. Dann zeigt sich: Einer der massiven Barackenbauten am Brandenburger Teich steht in voller Ausdehnung in Flammen, als zunächst Hauptwache-Löschtrupps angreifen und bald darauf mit den Verstärkungen aus Roda und Manebach 45 Feuerwehrleute im Großeinsatz sind.

Zwei Leichtverletzte und zwei mal Arbeit für die Kripo

Zwei Kameraden werden bei den Löschangriffen leicht verletzt, den sie inmitten der Ruinen und unwiederbringlich verlorenen Utensilien u.a. des hsf-Hochschulfunk e.V noch nicht abgeschlossen haben, als auch (schon wieder) ihre Arnstädter und Rudislebener Kameraden von der Rettungsleitstelle Ilmkreis gefordert sind.

Arnstadt, Mühlweg: Hier wird 8:30 Uhr Feuer gemeldet, brannte, ebenso aus bislang unbekannten Gründen wie in Ilmenau, eine leer stehende Villa nahe dem Obdachlosenheim im Bereich des Dachstuhles aus. Binnen kurzer Zeit in der Kreisstadt ein weiterer Fall für die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei Gotha. Die hat Ermittlungen, aufgenommen, musste ihre Spezialisten dafür aus dem wohlverdienten Dienst-Frei holen. – Brandstiftung? Man sucht nun auch nach Spuren möglicherweise von Brandstiftern genutzter Brandbeschleuniger. Ein Puzzle, dessen Teile inmitten Schutt und Asche schwer, aber durchaus machbar, zusammenzufügen sind.

Nach 10 Jahren Leerstand war nun Vermietung geplant

Der Sachschaden wurde für das leerstehende Arnstädter Haus mit 40 000 Euro beziffert. Erst kürzlich wurde das Gebäude von einem neuen Eigentümer ersteigert. Der ist am Samstagnachmittag entsetzt: "Zehn Jahre stand's leer, jetzt hatte ich mit dem Denkmalschutz die Dach- und Fenstersanierung abgesprochen, denn das schöne alte Haus steht eben so wie der zugehörige kleine Park unter Denkmalschutz. Ich wollte nach der bevorstehenden Sanierung vermieten – jetzt das!"

In Arnstadt gab's keinen Verletzten. Aber mit vielsagendem Augenaufschlag verwiesen Passanten darauf, dass dies innerhalb kurzer Zeit der zweite Brandfall war, "der arg nach Brandstiftung riecht..."

Während in Ilmenau die Kameraden rußverschmiert und vom stundenlangen Einsatz gezeichnet letzte Glutnester ablöschen, nun die für den Einsatz über dem völlig niedergebrannten Dach eingesetzte Drehleiter in die Hauptwache zurück fährt und Schläuche eingerollt werden, sagt Stadtbrandmeister Eckard Gille: "Es war heftig, aber außer von einem nahen Hydranten bekamen wir eine stabile Löschwasserversorgung durch den benachbarten Brandenburger Teich. Problem war, den abgelegenen Brandort zu lokalisieren, den wir zunächst nahe altem Schlachthof suchten."

Zwei Kriminalbeamtinnen in Zivil, die einem (in Amtshilfe) zunächst eigens aus Eisenach angeforderten Kripo-Kollegen „den Rücken freihalten“, stoppen Fußgänger, die über den Neuhäuser Weg Richtung Teiche wollen. Nicht als Schaulustige unterwegs: OB Gerd-Michael Seeber und Ordnungsamtsleiter Frank Jäger. Besorgt um gehäufte Feuerwehreinsätze an alten Gebäuden in jüngster Zeit. Und dann kommen zahlreiche junge Leute, haben z.T. Tränen in den Augen. Die bis auf die (massiven) Grundmauern niedergebrannte Baracke war zwar ohne Stromanschluss, aber keinesfalls leerstehend: Vorrangig als Lager für Musikinstrumente, Möbel und für hsf-Hochschulfunk-Utensilien genutzt, blieb hier nur Schutt und Asche übrig. "Heute sollte nun hier Auszug sein", sagt Robert S. und seine hsf-Mitstreiterin Verena unterdrückt eben so wie andere entsetzte Studenten Tränen: "Da waren wertvolle historische Sammlerstücke, alte 100-Volt-Anlagen und ähnliches dabei. Alles hin!"

Der Gesamtsachschaden wurde zunächst von der Polizei vorsichtig mit 100 000 Euro angegeben. Viel Arbeit für die Ermittlungen zur Brandursache für die Kriminalpolizisten in ihren Arbeits-Overalls, als die Feuerwehrleute längst bei ihren stundenlangen Nachbereitungen des Einsatzes sind.

Kaum ein Tag, eine Nacht, in denen sie nicht in ihrer Freizeit gefordert sind. "Am Wochenende zuvor waren's allein sechs Einsätze", sagt Eckard Gille nachdenklich. Besorgnis erregend: Die Brandeinsätze "holen auf" hinsichtlich ihrer Häufigkeit gegenüber den sonst eigentlich dominierenden technischen Hilfeleistungen nach Unfällen oder Havarien...

Von Klaus-Ulrich Hubert

 

 
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