| Suche aus der Luft gleich im Doppelpack |
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| Geschrieben von Freies Wort | |
| Montag, 24. September 2007 | |
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EINSATZ VON POLIZEI, FEUERWEHR UND THW IN ILMENAU UND WÜMBACH Morgens brennt eine Gartenhütte, am Nachmittag wird der Besitzer vermisst – in Langewiesen ist ein Kind verschwunden Als gestern Morgen gegen 9.20 Uhr an der Gartenanlage über dem Neubaugebiet Am Johannesstollen eine Hütte in Flammen steht, ahnt noch niemand, dass kurz darauf der Eigentümer vermisst wird. Als die Polizeiinspektion (PI) die Suchmeldung 15.04 Uhr an die Redaktion gibt, ist unabhängig davon seit Kurzem in Langewiesen ein Kind verschwunden. Es liegt ein Brief im gefundenen Rucksack des Kindes vor, der Schreckliches vermuten lässt. ILMENAU – Was sich gestern in Ilmenau und in Langewiesen/Wümbach an menschlichen Bewegungen abgespielt hat, lässt sich kaum ahnen. Als 9.19 Uhr bei der Feuerwehrhauptwache Ilmenau die Meldung eingeht, dass eine Gartenhütte am Lärchenwald (oberhalb des Johannesstollens/OMV-Tankstelle) brennt, sieht es nach einem Routineeinsatz aus. "Am Sonntag war der Eigentümer noch im Garten", berichtet ein Anwohner, der die meterhohen Rauchschwaden als erster entdeckte. Stadtbrandmeister Eckhard Gille ist mit seinen Mannen vor Ort, hat den Brand schnell unter Kontrolle, auch wenn Brandnester immer wieder aufflammen. Die Giebelseite muss geöffnet werden. Entsetzen macht sich bei den herbeigeeilten Anwohnern am Rande breit: "Der Mann hat ins Gartenhaus sein Leben lang investiert." "Er war immer freundlich", sagt ein anderer. Die Polizei lässt nach dem Eigentümer suchen, nach einiger Zeit erscheint eine Frau. Sie kann es nicht fassen, das Entsetzen ist ihr ins Gesicht geschrieben. Für einen Moment kommt eine Vermutung auf: Der Besitzer Hermann N. (Name geändert) war nicht zu Hause anzutreffen. Ist er in der Gartenhütte gewesen? Die Feuerwehrleute sind sich sicher, dass niemand in der nunmehr ausgebrannten Hütte war. Erste Brandermittlungen werden angestellt. Stunden später. Erneut muss die Feuerwehr ausrücken. Die Polizei gibt gegen 15 Uhr die Vermisstenmeldung nach N. heraus. Der Mann sei schwer depressiv, benötige Medikamente. Ohne Frühstück habe er die Wohnung verlassen, heißt es in der Suchmeldung. Neben der OMV-Tankstelle haben sich die Suchtruppen gesammelt. Es ist nach 15 Uhr. Wie Polizei-Einsatzleiter Klaus Koch mitteilt, könne Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. 55 Feuerwehrleute und mehr als 20 Polizisten – auch in Zivil – suchen nach N. Doch da kam inzwischen ein zweiter Notruf in der PI Ilmenau an: In Langewiesen wird eine 14-jährige Schülerin vermisst. Nach Problemen in der Schule, so heißt es, sei sie verschwunden. In Wümbach wird wenig später ein Rucksack gefunden. Es ist der Rucksack der 14-Jährigen. Im Beutel liegt ein Abschiedsbrief. Sofort werden die Suchtruppen nun auch in der Gegend um Wümbach eingesetzt. Der Hubschrauber, der zwischen Ilmenauer Johannesstollen, Manebach und Roda im Einsatz nach dem vermissten Gartenlaubenbesitzer ist, schwenkt um in Richtung Gräfinau-Angstedt. Der Suchtrupp in der Luft hat Erfolg: Gegen 17.30 Uhr wird eine Person auf der ICE-Brücke in Wümbach festgestellt. Es ist die 14-Jährige aus Langewiesen. Aufatmen bei allen Beteiligten. Die Suche war erfolgreich, die Schülerin ist wieder bei ihren Eltern. Suchtrupp Nummer eins in Ilmenau ist kurze Zeit später erfolgreich: Herr N. wird gegen 18.30 Uhr bei Roda als Spaziergänger gefunden. Aufatmen auch hier, Schlimmeres konnte in letzter Minute verhindert werden. Im Einsatz waren neben der Polizeiinspektion Arnstadt-Ilmenau auch Kriminalisten aus der Polizeidirektion Gotha. Während der Hubschrauber am Himmel kreiste, suchten am Boden 55 Feuerwehrleute – teilweise in Schlauchbooten auf dem Pfarrteich – beide Gelände bei Ilmenau und Wümbach ab. Zu den drei gebildeten Suchbereichen gehörten auch die Rettungshundestaffeln aus Weimar, Marlishausen, Erfurt und die des Technischen Hilfswerks (THW) Eisenach. Auch wenn alle Beteiligten gestern einen aufregenden Arbeitstag hatten, waren sie froh, unabhängig voneinander die beiden Vermissten gefunden zu haben. Der große Einsatz war erfolgreich. VOLKER PÖHL Fotos: ari, V.Pöhl
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