| Großeinsatz in Ilmenau |
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| Geschrieben von Thüringer Allgemeine | |
| Montag, 24. September 2007 | |
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ILMENAU. Die Suche nach einem vermissten Mann hat gestern in Ilmenau Feuerwehren und Polizei in Atem gehalten. Der 62-jährige Harald N. aus Ilmenau verließ gegen 8.15 Uhr sein Quartier im Wohngebiet "Am Stollen", kurz darauf stand seine Gartenlaube in Flammen. Mitten im Großeinsatz ging ein weiterer Notruf ein. Von einem 14-jährigen Mädchen aus Langewiesen wurde ein Abschiedsbrief gefunden.Dutzende Feuerwehrleute, Polizei, Rettungshundestaffeln und ein Hubschrauber: Die Suche nach dem vermissten Harald N. gestaltete sich äußerst kompliziert. Das Gebiet zwischen Ilmenau-Roda und Manebach ist vergleichsweise riesig, waldreich und verfügt zudem über einige Teiche. Nach der Lagebesprechung teilten sich die Ilmenauer Feuerwehren auf - sie durchkämmten die Wälder und suchten per Boot Gewässer ab. Dem Großeinsatz ging eine Suchmeldung voraus. Denn seit gestern Morgen wurde Harald N. nicht mehr gesehen. Kurz nach 8 Uhr hatte er seine Wohnung "Am Stollen" verlassen. Nach Berichten seiner Familie nahm er weder ein Frühstück, noch seine Medikamente zu sich. Gegen 9.30 Uhr wurde dann die Ilmenauer Feuerwehr zu einem Vorfall gerufen, der auf den ersten Blick mit dem Verschwinden des Mannes nichts zu tun hatte: Eine Gartenlaube am Lärcheneck stand in Flammen. Doch wenig später wurde klar - der Besitzer der Hütte ist Harald N. und das Feuer wurde offenbar absichtlich gelegt. Ob der Eigentümer selbst der Verursacher war, ist nicht bewiesen. Da das Innere der Hütte vollkommen verqualmt war, wurden die Fenster zur Gartenseite aufgebrochen. Draußen hielt ein Feuerwehrmann eine Wärmekamera auf das Haus, um versteckte Glutnester ausfindig zu machen. Mit Äxten musste die Schalung geöffnet werden, damit auch dort Wasser alle Flammen ersticken kann. Am Nachmittag wurden die Feuerwehrleute erneut gebraucht. In der Nähe einer Tankstelle am Ortsausgang in Richtung Ilmenau-West sammelten sich die Einsatzkräfte. Karten wurden ausgegeben, das in Frage kommende Gelände in drei Abschnitte unterteilt. Es rollte eine Suche mit über 80 Frauen und Männern nach dem 62-jährigen Mann an, der sich in einer schlechten psychischen Verfassung befunden haben soll. Nach Einschätzung der Polizei sei eine Suizidabsicht nicht auszuschließen. Mit einem Schlauchboot inspizierten Mitglieder der Feuerwehr Heyda die Pfaffenteiche, während die Rettungshundestaffel aus Marlieshausen die Suchtrupps in den angrenzenden Wäldern unterstützte. Noch während des Einsatzes aber trauten Feuerwehrleute ihren Augen kaum: In der Nähe des Sammelpunktes für die Einsatzkräfte tauchte gegen 17.30 Uhr der vermisste Ilmenauer auf. "Unsere Leute hatten Fahndungsfotos dabei, so haben sie ihn erkannt", sagte gestern Abend Stadtbrandinspektor Eckhard Gille auf Anfrage von "Thüringer Allgemeine". Im Einsatz waren sämtliche Ilmenauer Wachen, lediglich die Hauptwache blieb zur Sicherheit für mögliche weitere Vorfälle im Gerätehaus. Mit einem solchen bekamen es die Polizeibeamten am gleichen Nachmittag außerdem noch zu tun. Ein 14-jähriges Mädchen aus Langewiesen wurde vermisst - unverzüglich eilte ein Teil der Einsatzkräfte in Richtung Langewiesen - Gräfinau-Angstedt. In der dortigen Regelschule sei es zu einem Streitgespräch gekommen, den das Mädchen plötzlich abbrach, indem sie ging. Wenig später wurden ihre Schulsachen mit einem Abschiedsbrief entdeckt und ein Hubschrauber zur Unterstützung gerufen, der wegen der Suchaktion in Ilmenau ohnehin angefordert worden war. Schließlich entdeckten Polizisten die 14-Jährige auf der ICE-Brücke bei Wümbach. Von dort konnte sie körperlich unversehrt nach Hause begleitet werden. Eine ähnlich groß angelegte Suche nach einer vermissten Person hatte vor drei Jahren rund um die Talsperre Heyda stattgefunden. Auch hier war zuvor ein Abschiedsbrief gefunden worden, die Polizisten konnten damals eine Frau retten, die sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte. TA-Fotos: H.TREFZ (Brand) und I.HERZOG (Vermisstensuche)
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