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Gasanschlüsse vor dem Haus sollen die Sicherheit erhöhen, so sollen im Ernstfall auch Polizei oder Feuerwehr das Gas abdrehen können. In Manebach wurde genau so ein Anschluss zum Risiko - weil ein BMW vom Hang gegenüber ins Rollen kam, die 23-jährige Fahrerin hatte vermutlich die Handbremse nicht richtig angezogen.
MANEBACH. Im Studentenwohnheim in der Goethestraße ist es gestern Vormittag so ruhig wie meist während der Semesterferien, der Nachbar von gegenüber schaut gelassen aus dem Fenster: "Ach, gestern Abend", reagiert er auf Nachfragen, "das lief alles ganz ruhig ab - bis auf den Schlag beim Abendbrot."Der BMW von nebenan war gegen 20.25 Uhr von der leicht abschüssigen Grundstücksauffahrt über die Straße gegen das Studentenwohnheim geprallt - genau in Höhe des Gas-Hausanschlusses. Der Plastikkasten um diesen zerschmetterte sofort, was einige Nachbarn aufschreckte. Mit Gas ist nicht zu spaßen, das Wort Explosionsgefahr machte sofort die Runde. Ein zufällig vorbeifahrender Feuerwehrkamerad alarmierte seine Mannschaft, Minuten später waren 14 Männer im Einsatz: "Wir riefen dann sogleich die Ilmenauer Feuerwehr hinzu, sie kam mit 21 Leuten, wir mussten vom Schlimmsten ausgehen", erklärt Wehrleiter Steven Hofmann. Zwar war schnell ersichtlich, dass das Sicherheitsventil an dem Gasanschluss nicht beschädigt wurde, es also die Gaszufuhr von außen stoppen konnte. "Doch hätte die Leitung in der Erde oder im Haus beschädigt sein können", so Hofmann. Angesichts dieser Gefahr entschloss er sich zur Evakuierung von sechs benachbarten Häusern: "19 Leute mussten raus. Da waren Kinder dabei, die schon schliefen und früh zur Schule mussten." Glücklicherweise fiel keinem das Laufen schwer, alte Menschen wohnen in den Häusern nicht. Zudem brachten es die Semesterferien mit sich, dass von etwa 30 Mietern des Wohnheims nur acht da waren.Draußen rochen einige Anwohner - wahrscheinlich aus der Hausleitung ausgetretenes - Gas, Eon-Sprecher Martin Schreiber beruhigte gestern jedoch: "Eine Gasexplosion im Freien ist nicht möglich, denkbar wäre eine solche nur in geschlossenen Räumen." Ein Eon-Mitarbeiter vom Bereitschaftsdienst maß sicherheitshalber in den Zimmern des Studentenwohnheims mit einem Gasspürgerät den Methangehalt der Luft, gegen 21 Uhr konnte aber für alle Entwarnung gegeben werden, jeder konnte zurück in sein Zuhause. Am BMW und der Hauswand waren 6000 Euro Sachschaden zu bilanzieren.Gasanschlüsse vor den Häusern werden erst seit den 1990er-Jahren installiert: "Aus Sicherheitsgründen sind diese für Häuser mit mehr als einer Etage vorgesehen. Polizei und Feuerwehr sollen einen schnellen Zugriff haben", erklärt Eon-Sprecher Martin Schreiber. Ebenfalls der Sicherheit willen wird dem eigentlich geruchlosen Gas in den Verdichterstationen ein sogenanntes Odormittel beigemischt. Je nach Konzentration stinkt es - so kann entwichenes Gas schnell bemerkt werden. Kristin KAISER
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